Magische Preissysteme

Steigende Eintrittspreise sind bei Freizeitparks nichts besonderes, schließlich haben auch diese mit steigenden Kosten zu kämpfen. Wenn dann aber wie im Heide-Park innerhalb einer Saison gleich zweimal kräftig an der Eintrittspreisschraube gedreht wird und man damit die größte Eintrittspreissteigerung innerhalb der Parkgeschichte erreicht, hat das schon einen faden Beigeschmack. Dabei weiss doch jeder, dass Geiz geil ist und dass Preiserhöhungen uncool sind und eher Gäste von einem Besuch abhalten als zu einem motivieren.

Schnell waren die Vorwürfe da, dass die Preiserhöhungen (schließlich wurde neben der Eintrittspreisschraube auch die Gastropreisschraube einige Zentimeter tiefer in die Geldbörse der Kunden gedreht) vom neuen Besitzer der Tussauds-Gruppe veranlaßt worden war, denn dieser fährt schon seit einiger Zeit ein Preissystem, welches die Preise nur wenige Cent unterhalb der absoluten Schmerzgrenze ansiedelt. So beträgt der Eintrittspreis für das Legoland Deutschland, welches weder von der Zahl der Attraktionen noch von der Fläche des Parks auch nur ansatzweise mit dem Heide-Park mithalten kann, schlappe 30 Euro für einen Erwachsenen und die 90 Minuten (wohlgemerkt gute) Unterhaltung im Hamburg Dungeon für 16,50 sind auch recht weit davon entfernt ein Schnäppchen zu sein - alles nicht wirklich dazu geeignet die geizgeile Bevölkerung anzulocken. Diese Aufgabe hat die zweite Hälfte des Preissystems - die Ermäßigungen. Ermäßigungen sind nichts neues, seit eh und jeh bekommt man mit Kundenkarten, Mitgliedsausweisen, Coupons hier und da ein paar Euro Rabatt, unter Merlin erreicht das Ganze jedoch völlig neue Qualitäten: statt zwei Euro Rabatt gibts plötzlich freien Eintritt für ein Kind oder einen Erwachsenen (natürlich nur in Begleitung eines Vollzahlers) und solche Rabatte sind keinsfalls selten. Welcher geizgeile Mitbürger würde sich angesichts eines solch verlockenden Angebotes (”gratis” und “kostenlos” dürften in der Regel die passenden Trigger sein) nicht auch umgehend auf den Weg machen. Und für diejenigen die bei den Couponaktionen leer ausgehen gibt es ja auch noch rabattierte Eintrittskarten im Internet (die im Falle des Dungeon für die Hälfte des normalen Preises zu haben sind!) oder Jahreskarten die weniger als den zweifachen Eintrittspreis kosten

Es gibt also auch unter Merlin genug Möglichkeiten für preiswerte Freizeitparkbesuche - wenn man denn im Vorfeld die Augen nach Rabatten offenhält und vielleicht kurz im Internet recherchiert.  

Ein heißer Tipp für die diesjährige Heide-Park-Saison dürfte die Langnese Heartbeat Aktion sein, bei der man die Sammelpunkte gegen “Freikarten” (wie üblich mit dem Haken der Vollzahlenden Begleitung) eintauschen kann. Faule Besucher können die nötigen Sammelpunkte auch bei Ebay ersteigern…

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